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Ängste in meinem Kopf (1)

13. März 2014

Es ist ein merkwürdiges Gefühl.

Liebe; Keine Liebe, nur große Zuneigung; Angst vor dem Alleine-Sein; Ein normales Abflauen der Gefühle nach einiger Zeit; Eine meiner vielen, extremen Ängste; Unwissenheit und Panik, weil es die erste, langrfristige und wirklich ernste Beziehung ist; Oder war es das?

Ich weiß es nicht. Alles fühlt sich nach einer realistischen Option an. Ich weiß nicht, wie ich mich fühle. Ich weiß nur, dass ich mich nicht vollkommen wohl fühle. Ich weiß aber auch nicht, warum das so ist.
Das Zusammenleben war unglaublich schön. Vielleicht die beste, längere Zeit meines Lebens. Heimkommen und jemanden zu haben, der auf einen wartet. Mit dem man reden kann. Nähe. Das war wunderschön.

Gegen Ende wurde es stressig und es fing an mir schlechter zu gehen. Sechs Monate Praktikum, weit weg von einander. Sie schien sich so sicher zu sein, dass das alles gut geht. Ich nicht. Dann die Klausuren. Immer eine stressige Zeit. Und mein Praktikum, dass bereits kurze Zeit nach den Klausuren anfing. Lernen, lernen, lernen, Klausuren schreiben, ausziehen, umziehen, arbeiten.
Alles etwas viel. Alleine in einer großen Stadt. In einer Wohnung, von der ich nicht weiß, wie lange ich letztlich bleiben darf. Dazu der ganze Komfort der großen gemeinsamen Wohnung weg. Zurück zum Notwendigsten.

Wir hatten viel darüber geredet. Sie wusste und weiß, wie es mir geht. Sie ist verständnisvoll. Sie lässt mich nicht allein damit. Sie ist großartig. Das Leben mit ihr war schön. Ihr Charakter ist wundervoll.
Bei ihr empfand ich eine Sicherheit, die ich vorher nicht kannte. Ich fühlte mich gut. Zumindest in den ersten Zeit. Es schien so unumstößlich. Was hat sich geändert?

Warum habe ich Zweifel? Habe ich überhaupt Zweifel? Ich weiß es nicht, denn ich weiß nicht, woran ich zweifeln sollte. Ich weiß nur, dass ich mich unwohl fühle.

Es sind inzwischen 9 Monate. Über 6 davon haben wir zusammen gelebt. Ich hatte nie Betracht gezogen, so schnell mit jemandem zusammen zu ziehen. Sie auch nicht. Dennoch kam es so und wir waren glücklich.
Wenn ich zurückschaue, gibt es nichts, was ich bereue, nichts, was einen bitteren Nachgeschmack hinterlassen hat.
Einzig, dass uns am Ende die Leichtigkeit fehlte. Aber woher hätte man sie nehmen sollen, angesichts meines Zustandes, der Prüfungen, der Praktika, der Diskussionen über eine neue Wohnung nach unserer Rückkehr.

Ist es Angst, dass ich mich zu früh im Leben festlege? Habe ich unterbewusst das Gefühl, eingeschränkt zu werden? Faktisch ist es nicht so.
Liegt es daran, dass es die erste, wirklich ernste Beziehung ist? Eine, die eine Zukunft haben könnte? Habe ich Angst, etwas falsch zu machen oder etwas zu verpassen?
Sind derartige Gedanken, auch in diesem Ausmaß, vollkommen normal? Und falls ja, gehen sie wieder weg?
Oder muss ich mir eingestehen, dass es in meinem Kopf schon zu Ende ist? Und wenn ja, warum? Ich weiß nicht, was ich mehr wollen könnte von einer Beziehung.
Ist es am Ende wirklich eines dieser furchtbaren „Wir haben uns nur zur falschen Zeit kennen gelernt“ Dinger aus grauenhaften Liebesfilmen und -liedern?

 

Gestern erfuhr ich, dass der Freundeskreis am Studienort teilweise zerbrochen ist. Ich habe bisher jedes Semester Freunde verloren. Weil sie sich entschieden, woanders zu studieren.
Meine Horrorvision ist, dass ich zurückkomme und nichts mehr da ist. Ich habe im Moment keine Wohnung, die Freunde zerstreuen sich und ich weiß nicht, wie die Zukunft der Beziehung aussieht.

Ich will nicht schon wieder von vorne anfangen müssen. Ich musste das schon so oft in meinem Leben. Und ich werde es noch oft tun müssen. Aber bitte nicht diesen Herbst schon wieder.

(Vermutlich ist das hier kein abgeschlossener Beitrag. Das treibt mich in Intervallen seit Weihnachten um. Daher provisorisch: To be continued)

German Angst

18. September 2012

Halb 5 Uhr morgens. Ich kann mal wieder nicht schlafen.

Sobald ich den PC/das Smartphone/den Fernseher ausmache oder das Buch weglege, beginnt mein Kopf zu arbeiten.

Er macht einen ziemlich guten Job, sofern es sein Job ist, die Leere, die die Medien hinterlassen haben, auszufüllen. Wirklich, er macht das so gut, dass ich dadurch wacher bin, als wenn ich aktiv etwas lese. Gut, es macht meine Nächte kürzer, aber das kann man ja in Kauf nehmen für einen offensichtlich voll funktionsfähigen Verstand.

Blöd ist nur, dass meine Gedanken fast alle von Angst und Unsicherheit bestimmt werden.
Wer es selbst erlebt hat (und ich gehe einfach mal davon aus, dass das bei jedem schon mindestens einmal der Fall war), weiß, dass es kaum Schlimmeres gibt, als angstbestimmte Spekulationen über die Zukunft.

In meinem konkreten Fall ist das die Uni.

Ich freue mich wirklich sehr auf das Studium. Wie im letzten Blogeintrag beschrieben bin ich in meiner Heimatstadt unzufrieden und will neue Leute kennen lernen, mich neuen Herausforderungen stellen, einen geregelten Alltag haben, ein konkretes Ziel haben, auf das ich hinarbeiten kann. Eigentlich.

 

So wie ich das formuliert habe, könnte man es vermutlich auch in einem Werbefilm verwenden, aber wir alle wissen, dass das Leben nicht so aussieht wie in der Werbung.

Ich hatte früher viele Probleme mit anderen Menschen. Ich wurde vom Kindergarten bis in die Mittelstufe gemobbt oder bestenfalls ignoriert. In der Oberstufe habe ich Anschluss gefunden, ich war zum ersten Mal wirklich mit Gleichaltrigen auf einer Wellenlänge. Ob ich jetzt zu Ihnen oder sie zu mir aufgeschlossen haben, ist dabei unerheblich. Wichtig ist nur, dass ich jetzt ein gesichertes Umfeld habe. Ich habe Freunde, ich habe Bekannte, ich weiß, wen ich nicht mag, wer mich nicht mag, ich kenne die Stadt, ich kannte die Schule, ich kannte „meinen Platz“.

Und nun Tabula Rasa. Nahezu alles auf Anfang.

Wird das mit meinem Umzug alles klappen? Wie werden die Mitbewohner sein? Wie komme ich vom Bahnhof zu meiner Wohnung,  ich werde schließlich an einem Sonntag ankommen? Wie wird das Studium selbst sein?
Und am allerwichtigsten: Werde ich Anschluss finden?

Den habe ich in meinem bisherigen Leben nämlich nie auf Anhieb gefunden. Egal ob im Kindergarten, in der Grundschule, am Gymnasium, im Sportverein, beim Auslandsaustausch.

Werde ich Leute finden, die mit meinem Charakter klar kommen und wenn ja, wie lange wird es dauern? Muss ich mich wieder als Einzelgänger durchschlagen, weil ich es, wie schon so oft, zu Beginn verpasst habe, mich mit Menschen anzufreunden?

Und das schlimmste an der Sache ist: Ich kann jetzt nichts tun. Ich kann nichts tun, außer abzuwarten und das Beste aus der Situation zu machen, die auf mich zukommen wird, denn verstellen will und werde ich mich nicht.

Aber bis dahin werde ich wohl nachts immer wieder wachliegen und 1000 verschiedene Szenarien im Kopf durchspielen, wie die Zukunft möglicherweise aussehen könnte.

 
Vielleicht sollte man sich an Brandt halten, der sagte, dass der beste Weg die Zukunft vorauszusagen, darin bestehe, sie selbst zu gestalten.