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And did those feet in ancient time…

21. November 2012

 

 

And did those feet in ancient time
Walk upon England’s mountains green?
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In England’s green and pleasant land.
(aus „Did those feet in ancient time“ von William Blake)

 

 

 

2 Uhr nachts. Mal wieder eine hervorragende Zeit zum Bloggen. Vor allem da ich in weniger als 5h schon wieder aufstehen und zur Uni fahren muss. Ja, Timing hab ich wirklich drauf.

 

Es regnet nicht, leider. Es ist auch nicht neblig, ebenfalls leider. Es ist nur dunkel und kalt. Immerhin etwas. Die Nacht ist schön. Sie lässt einen zur Ruhe kommen. Sie lässt einem aber auch viel zu viel Zeit zum Nachdenken. Offensichtlich schlafe ich nicht, das hält mich allerdings nicht vom Träumen ab.

Schottland. Ich stehe auf einem grünen Hügel. Vor mir das Meer in der Bucht von Edinburgh. Es ist später Nachmittag und die letzten Sonnenstrahlen scheinen auf das Gras. In der Ferne sieht man, dass ein Gewitter über Edinburgh aufzieht. Es windet leicht, aber es stört nicht, denn man schmeckt das Meersalz förmlich. Außerdem ist die Luft frisch und obwohl ich nicht fernab der Zivilisation bin, fühle ich mich, als sei ich mitten in der Natur. Das Gras ist unbeschreiblich grün und erlaubt es einem nicht einmal, auf trübe Gedanken zu kommen, weil es selbst so lebendig und voller Kraft wirkt.
Ich bin hungrig, aber ich weiß, dass es bald hervorragendes Essen in einem gemütlichen Pub geben wird und dass auf der Heimfahrt einer wunderschöner Sonnenuntergang zu sehen sein wird und der Regen nachts beruhigend fallen wird.

Ich bin kein Schriftsteller (was die Frage aufwirft, warum ich einen Blog betreibe, aber das ist ein ganz anderes Thema), ich kann die Schönheit dieses Momentes nicht beschreiben. Mir fehlen dafür die Worte.
Ich habe diesen Moment so erlebt. Er ist nicht mal ein Traumgebilde. Vielleicht etwas verklärt und ausgeschmückt durch die Erinnerung, aber das ist ja das Schöne. Es gibt keine Fotos, die mir beweisen können, dass es NICHT so schön war, wie ich es in Erinnerung habe.

Schottland. Genau wie Irland bedeutet das für mich eine Zufriedenheit, wie ich sie kaum irgendwo sonst erlebt habe. Ich weiß nicht, ob es an den Büchern meiner Kindheit liegt, aber die Britischen Inseln sind seit Jahren mein liebster Ort. Ich freue mich jedes Mal, wenn ich hinfahre und versuche, die Freude, die mir die Länder bereiten, voll auszukosten.
Wenn ich zurückkomme, frage ich mich immer, ob ich es ausreichend ausgekostet habe oder ob mich triviale Dinge davon abgehalten haben, die ganze Schönheit dieses Flecken Erde zu genießen.

Aber spätestens in solchen Nächten wie heute sehne ich mich zurück auf die Britischen Inseln. Diesem Ort, den ich in meinen Erinnerungen überhöhe, in meinen Erwartungen überschätze und der mich dennoch immer und immer wieder aufs Neue begeistert.

 

(für den nötigen Pathos und weil es einfach wunderschön ist: Die vertonte Fassung des Gedichts )

Verwaltung Unser

9. November 2012

Verwaltung unser auf Erden
Definiert werde dein Name
Deine Organisation komme
Deine Struktur bestehe
Wie in der Gesellschaft, so im Unternehmen
Unsere tägliche Bürokratie gib uns heute
Und vergib uns unser Desinteresse
Wie auch wir dir vergeben deine Realitätsferne
Und führe niemanden in Versuchung
Sondern bleibe auf ewig unpolitisch
Denn dein ist die Organisation und die Struktur
Und die Trockenheit
In Ewigkeit
Amen