Archive for Januar 2012

Ruhe

30. Januar 2012

Alles zu laut, alles zu schnell, alles zu eng, alles zu wichtig, alles zu viel.

Will in wieder in Irland sein. Über mir blauer Himmel. Zu sehen sind nur grüne Wiesen und Hügel. Das einzige Geräusch ist der Wind.

Irland ist weit weg. Aktuell unerreichbar. Muss einen Ausgleich finden.
Mein Zimmer ist zu klein, zu eng, ruhig zwar, doch erdrückend still.

Mir bleibt der Basketball. Morgen endlich wieder in die Halle gehen. Extra früh. Eine Stunde absolute Ruhe. Nur ich, der Ball und der Korb. Das wird mir gut tun.

Mein kleines Irland für zu Hause.

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Immatrikulationsantrag

30. Januar 2012

Ich habe mich heute bei der Universität Twente um einen Studienplatz für den Studiengang European Studies beworben. Ich muss noch eine Kopie meines Personalausweises und meines letzten Zeugnisses in die Niederlande schicken, um den Antrag zu vervollständigen. Dann heißt es warten und ein gutes Abitur schreiben.
Ich werde mich natürlich auch noch auf andere Universitäten bewerben, aber an den deutschen Unis kann man sich ja erst nach der Abitur-Zeugnis-Ausgabe bewerben. (Hinzu kommt, dass es kaum Unis gibt, die meinen Studiengang anbieten, wenn ich mich nicht irre, gibt es sogar nur eine.)

 

Jetzt die Kopien abschicken und hoffen, dass ich alles richtig ausgefüllt habe, dann das Abitur. Kleine Schritte.

 

Wünscht mir Glück.

 

 

28. Januar 2012

gedankenexplosionen

Es war eine kalte, neblige Nacht, in der X. in den Docks der Stadt umherzog. Er suchte nichts, war erschöpft und schmutzig vom Dreck der Stadt. Ein flackerndes Licht aus einem schäbigen Hinterhof erweckte seine Aufmerksamkeit. Er näherte sich und fand eine Spelunke vor, trat ein und erblickte die merkwürdigste Mischung, die er je gesehen hatte. In dieser Spelunke fand er jede Art von Menschen. Es gab verliebte Pärchen, stinkende, versoffene alte Männer am Tresen, Barschlampen auf der Suche nach Gesellschaft für eine Nacht, verlorene Seelen im Halbdunkel wartend auf die Erlösung und die, die ihre Seelen und Körper verkauften. Es gab Artisten, die die Masse mit ihren Kunststückchen unterhielten. Lautes Gröhlen und Pfiffe durchbrachen immer wieder den Geräuschpegel. Ein Geruch aus Schweiss, Bier und billigem Parfüm hing schwer in der Luft. Kleine Feuer liessen die Silhouetten der Anwesenden aufflackern wenn die Kippen öfter als Luft inhaliert wurden. Diese Menschen…

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Krise abgewendet

25. Januar 2012

N24 in der Krise! Das Hitler-Material geht ihnen aus. Der Sender muss bereits mehrfach die Dokumentationen über Gangs in amerikanischen Gefängnissen wiederholen. Massenarbeitslosigkeit steht den Mitarbeitern des Senders ins Haus. Die Stimmung ist auf dem Nullpunkt.

Doch es gibt noch Hoffnung! Die Dailymail aus dem Vereinten Königreich eilt herbei, um N24 zu retten! Mit diesem Material soll die drohende Insolvenz abgewendet werden.

Von nun an überschlagen sich die Ereignisse! N24 zieht den Insolvenzantrag zurück und erklärt sich für saniert.
Innerhalb eines Tages steigt die Aktie der Sendergruppe um das 3-fache ihres Wertes.
Die Manager zahlen sich selbst großzügige Boni und feiern die Wiederauferstehung des Senders, während die Kleinaktionäre eine höhere Gewinnbeteiligungsausschüttung fordern.
Aufgrund dieser Entwicklung hat der Bundespräsident die Dailymail gebeten, nun auch im Fall Schlecker einzugreifen.

Gut informierte Quellen berichten bereits von Treffen mehrerer europäischer Regierungschefs mit dem Besitzer des Blattes.

 

 

Wir halten Sie natürlich auch weiterhin auf dem Laufenden.

Der Pole und die Ignoranz

25. Januar 2012

Kurze Anmerkung: „Der Pole“ bezieht sich auf einen Klassenkameraden, der im selben Wohngebiet wie ich wohnt, den ich seit Jahren kenne und der, wer hätte es gedacht, Pole ist.

Ich habe heute mit dem Polen diskutiert und dieses Mal hat es mir wirklich fast die Sprache verschlagen. Ich mache das seit Jahren, früher noch mit einem gemeinsamen Bekannten zusammen (der inzwischen in der Jungen Union ist, aber jeder hat ja Fehler) und weiß daher durchaus, dass der Pole teilweise sehr verquere Ansichten hat.
Das ist nicht nur meine Meinung, sondern auch die seiner Deutschlehrerin (seine Interpretation von Kafkas Der Proceß ist doch recht fragwürdig), seiner Philosophielehrerin und seines Geschichtelehrers. Wie es bei anderen Lehrern ist, weiß ich nicht, aber jeder, der mit ihm länger als 10min diskutieren musste, meint hinterher, dass er seltsame Ansichten hätte.

(Mir, dem besten Ethiker der Schule, wollte er erklären, wie Moral zu Stande kommt. Moralisch richtig sei immer das, was alle denken. Ich wies ihn darauf hin, dass das bedeuten würde, dass der Holocaust moralisch nicht zu verurteilen sei, weil viele Menschen damals antisemitisch waren. Dieses Argument lehnte er aber ab, da man immer die GANZE Welt betrachten müsse. Auf meinen Einwand, dass man wohl nicht behaupten könne, dass überall auf der Welt die gleichen Moralvorstellungen herrschten, ging er nicht weiter ein.)

Aber gut, es ist ja zu begrüßen, wenn sich jemand eigene Gedanken macht und nicht nur unreflektiert die Meinungen anderer übernimmt. Dass man dabei gelegentlich auf dem Holzweg oder die eigene Argumentation nicht schlüssig ist, gehört auch dazu. (vgl. auch Platon und Aristoteles)
ABER man sollte für Kritik offen und bereit sein, seine eigenen Thesen zu überdenken. Wie jeder, der mit ihm diskutiert hat, weiß, rückt er niemals auch nur einen Millimeter von seiner Meinung ab. Auch daran habe ich mich gewöhnt.

Heute allerdings brachte er sein Meisterstück. Über Filmgeschmack lässt sich bekanntlich streiten und ich will auch niemandem meinen Geschmack aufzwingen, doch in der Diskussion mit ihm wies ich darauf hin, dass Filme von David Fincher wohl eindeutig intellektuell anspruchsvoller und auch besser seien als die seines Lieblingsregisseurs Roland Emmerich.
Er fragte mich daraufhin nach Filmen von Fincher und ich nannte ihm The Social Network, Sieben, Zodiac und einen meiner absoluten Lieblingsfilme Fight Club (das Buch im englischen Original ist auch sehr zu empfehlen). Als ich ihm erzählte, wie großartig Fight Club sei, erwiderte er, dass er ihn sich niemals anschauen werde. Ich fragte ihn nach dem Warum, der Film würde auf den Listen der besten Filme aller Zeiten regelmäßig auftauchen und sei ein moderner Klassiker. Seine Antwort haute mich wirklich um. Er sagte, dass der Film offensichtlich scheiße sei, denn ich würde ihn gut finden.

Ich war entgeistert. Er verurteilte etwas, das er gar nicht kannte, bloß weil mir gefiel. Ich fragte ihn, ob er wirklich so ignorant sei, etwas ihm unbekanntes zu verurteilen, weil andere, mit denen er scheinbar schon aus Prinzip nie übereinstimme, es gut fanden.
Er antwortete lapidar mit „Ja“.

Ich versuchte ihm klar zu machen, dass diese Art von Ignoranz die Basis für Rassismus und Homophobie seien, aber das ließ ihn kalt. Er differenziere die Stärke der Ignoranz und er könne das so handhaben wie er wolle.
Ich fragte ihn, ob er in einer Welt leben wolle, in der jeder ignorant sein darf, solange das für ihn selbst ok ist. Ob er nicht glaube, dass es einen guten Menschen ausmacht, wenn man zumindest aufgeschlossen an die Dinge herantritt. Ob er glaube, dass Ignoranz etwas sei, was man, je nach Situation, einfach an- bzw. ausschalten könne.
Doch anstatt mir ein wenig Hoffnung zu machen, dass er doch nicht einfach nur vernagelt und verbohrt sei, antwortete er: „Ich kann das und es ist mir egal, was die anderen machen oder deswegen denken.“

Schöne Neue Welt

Entgleiten

23. Januar 2012

Kennt ihr das, wenn ihr das Gefühl habt, dass euch euer Leben entgleitet?
Mir geht es gerade so. Das Meiste davon ist eingebildet oder zumindest gedanklich zu einem so großen Problem aufgebaut, dass es belastet, aber ich werde das Gefühl nicht los, meine Zeit falsch genutzt und vieles verbockt zu haben.

Eigentlich sind es wirklich Kleinigkeiten. Da wäre zum einen die theoretische Fahrprüfung am Mittwoch, für die ich allerdings nicht so viel gelernt habe, wie ich das vorhatte. Ja, ich weiß, das kann man auch mit logischem Denken alles lösen und mit den lebensnahen Situationen habe ich auch keine Probleme, aber woher soll ich wissen, wie schnell ein LKW mit 3 Tonnen Ladung außerhalb einer Ortschaft fahren darf oder wie weit entfernt ich von Schild X parken darf?
Wäre mein Gedächtnis in dieser Hinsicht besser, wäre ich wohl entspannter, aber ich habe die Begabung mir die seltsamsten Dinge zu merken (Ich könnte spontan einen Essay über die Brandrodung der indigenen Dayaks auf Borneo schreiben, dabei habe ich mich zum letzten Mal in der 7. Klasse mit ihnen auseinander gesetzt), aber Zahlen, Daten und aktuell Relevantes will mir nicht in den Kopf.

Auf der anderen Seite wäre da die Schule. Ich habe mir ursprünglich vorgenommen, diese Woche mit der Abiturvorbereitung anzufangen, aber das passt gerade überhaupt nicht in den Zeitplan. Genauso dumm ist, dass ich die Mathe-Abi-Aufgaben, die wir im Unterricht bekommen, noch nicht gemacht habe.

Und dann noch der Haushalt. Ich muss unbedingt meine Wäsche waschen, mein Wäschekorb quillt schon über, aber ich habe es einfach vergessen. Ich vergesse es jeden Tag, stelle abends fest, dass ich Wäsche waschen muss und habe es am nächsten Morgen wieder vergessen. Außerdem sollte ich das Zimmer mal wieder aufräumen, saugen und putzen und mein Bett frisch beziehen.  Des Weiteren habe ich einen Riesenstapel Unterlagen, die geordnet und eingeräumt werden wollen.

Nüchtern betrachtet ist das wahrscheinlich alles nicht besonders viel, geschweige denn außergewöhnlich, aber für mich wirkt es wie ein Berg, ein Berg, den ich nicht überwinden kann.
Vermutlich stimmt, was einem jahrelang einzutrichtern versucht wird: Was du heute kannst besorgen, dass verschiebe nicht auf Morgen, denn wenn du das tust, wird es irgendwann zu viel sein.

In diesem Sinne,
euer großer Prokrastinierer

Haiku II

22. Januar 2012

Flowers bloom and die
Wind brings butterflies or snow
A stone won’t notice

Haiku

20. Januar 2012

Worker bees can leave
Even drones can fly away
The queen is their slave

Frau Scheinheilig

20. Januar 2012

Ich kann nicht genau sagen, was es ist, aber ich liebe den Blog von Schein_Heilige. Wahrscheinlich wegen genau solcher Einträge wie diesem hier vom glück der menschheit, nicht glücklich sein zu können..

Ich bewerbe den Blog deshalb, weil ich von ihrer Art zu schreiben fasziniert bin und ich weiß, dass ihr neuer Blog noch nicht allzu viele Aufrufe generiert. Und was nützen die schönsten, ergreifendsten, ehrlichsten Worte, wenn sie nicht gelesen werden?

Selbstsicht

19. Januar 2012

Ich habe kürzlich diesen Artikel gelesen, in dem es darum geht, wie Kleinigkeiten Menschen davon abgehalten haben, sich umzubringen. Darunter kleine Dinge wie Menschen, die einem einfach zuhören, Freunde, die einen anrufen oder sogar irgendwelche Fremde, die einen Kommentar in einem Forum als Ankündigung eines Selbstmordes verstanden und einen Krankenwagen riefen (verkürzt gesprochen). Geht es mir jetzt um Selbstmord? Nein! Aber der Artikel zeigt uns etwas (oder sollte uns zumindest eines zeigen): Kleine Dinge können viel bewirken.

Um das auf meine konkrete Situation anzuwenden: Dass ich Meinungsverschiedenheiten mit meiner Großmutter habe, ist dem Leser dieses Blogs inzwischen sicherlich aufgefallen (und vermutlich hängt es ihm schon zum Hals heraus), aber ich will darauf hinaus, dass es Menschen gibt, die einem in genau solchen Situationen das Gefühl geben, nicht allein zu sein.

Ich spreche von positivem Feedback zu den Blog-Einträgen, nett gemeinten Ratschlägen oder dem einfachen Angebot, zu zuhören, wenn man das Bedürfnis hat, sich auszusprechen.
Es ist eben nicht „nur das Internet“. Die Menschen hinter den Twitter, WordPress und sonstigen Accounts interessieren sich meist wirklich für einen, oftmals sogar mehr als viele Menschen im realen Leben. Das geht so weit, dass eine von mir sehr geschätzte Person, die ich von Twitter her kenne, mich gefragt hat, ob sie eine email an meine Großmutter schreiben dürfe.
Ich hatte keine Einwände, warum auch? Ich versuche stets im Blog und auf Twitter ein möglichst genaues Bild von mir zu zeichnen. Ich rede nicht gerne über meine Schwächen, aber auch sie möchte ich in meiner Darstellung vertreten sehen. Ich will im Netz keine Kunstfigur von mir selbst erschaffen, mit der ich im realen Leben nicht viel gemeinsam habe.

Durch Gelegenheiten wie eben diese mail bekomme ich damit auch die Möglichkeit, zu sehen, wie ich auf andere wirke. Ich bin immer wieder erfreut, was die Menschen, die mir im Netz nahe stehen, für ein positives Bild von mir haben, natürlich auch deswegen weil sie mit meinen Schwächen (Ich bin beispielsweise ein Choleriker, keine Frage) nur in geringem Maße umgehen müssen und mich bei schlechter Laune einfach meiden können.

 

Aber wie sehe ich mich denn nun?
Wenn ich über mich nachdenke, fallen mir Adjektive wie intelligent, eloquent, faul, cholerisch, zynisch, desillusioniert, charmant, nett, zuvorkommend, rücksichtslos, stur, nachdenklich und schlagfertig ein (logischerweise noch mehr, aber man muss ja mal irgendwo anfangen) und es ist schön zu sehen, dass andere offenbar die selben Adjektive mit mir in Verbindung bringen. Da sowohl die positiven Attribute als auch die eher negativen mit mir assoziiert werden, habe ich stets das Gefühl, mich bei meiner Eigenbetrachtung nicht selbst zu überhöhen, aber auch keine übermäßig selbstkritische Sicht auf mich zu haben.
Das ist wohl der Hauptgrund, warum ich mit mir selbst stets im Reinen war und bin.

(Nur eine Kleinigkeit stört mich doch gewaltig: Ich sollte wirklich aufhören, nachts meine Gedanken in Worte zu fassen, aber sag das mal einer meinem Gehirn!)